Was ist mercerisieren?

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Das Mercerisieren (oder Merzerisieren) ist ein Veredlungsverfahren vor allem für Baumwolle, das durch Zufall 1844 von John Mercer entdeckt wurde. Der Nachname ist hier auch der Namensgeber für das Verfahren. Bei der Mercerisation (oder Merzerisation) wird mit Natronlauge und Zugspannung der natürliche Glanz von Baumwollfasern verstärkt. Der durch das Verfahren erzielte Glanz ist waschbeständig und die behandelte Baumwolle erhält eine höhere Reißfestigkeit, verliert aber an Dehnbarkeit. Weitere positive Eigenschaften die das Material nach dem mercerisieren aufweisen, sind bessere Färbbarkeit, eine weichere Oberfläche und eine höhere Festigkeit. Die Qualität des Materials wird deutlich erhöht, aber der Prozess ist sehr kostspielig und wird daher meist nur bei exklusiven Stoffen für exklusive Produkte angewendet.

Was geschieht beim mercerisieren?

Während der Mercerisation wird die Struktur der Fasern verändert, denn durch die Zugabe der Natronlauge schwillt die Zellwand der Baumwollfasern an. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche der Faser und der Reflexionsgrad steigt an. Wenn der Faden im Anschluss noch über ein offenes Feuer gehalten wird, verbrennen die abstehenden kleinen Fasern und die Optik wird noch mehr aufgewertet. Es gibt verschiedene Arten, z.B. das Kaltmercerisieren oder Heißmercerisieren. Bei der Heißmercerisation dringt die Lauge besser und schneller in die Fasern ein. Wenn jedoch das Garn gefärbt ist, besteht die Gefahr, dass der Farbton sich durch den Einfluss von Hitze und Lauge verändert, deswegen empfiehlt es hier eine Kaltmercerisation.

Durch das Mercerisieren ist das Material auch gegen das Einlaufen nach dem Waschen besser geschützt. Ein zusätzliches sanforisieren ist nicht notwendig.

Was wird merzerisiert?

Insbesondere Stoffe für Damast- und Satin-Bettwäsche werden merzerisiert, um den Glanz auf den Bettbezügen zu verstärken. Da vor allem lange Baumwollfasern besonders gut auf das Mercerisieren ansprechen, wird das Veredlungsverfahren auch gerne für edle Mako-Satin Bettwäsche angewendet. Selbst Maschenwaren erhalten durch eine Mercerisation positive Eigenschaften. Aber auch in der Kleidungsindustrie werden zum Beispiel Stoffe für Hemden, Unterwäsche oder anderer Oberbekleidung merzerisiert.

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